Rittner Erdpyramiden Unsere Tipps für den Besuch, ab unserer Ferienwohnung in 10 Minuten
Auf dem sonnigen Hochplateau des Ritten begegnet man einer Landschaft, die eher an ein modernes Kunstwerk als an ein Naturphänomen erinnert. Nicht weit von unserer Ferienwohnung entfernt ragen meterhohe Lehmsäulen empor, auf deren Spitzen mächtige Felsbrocken thronen. Diese Erdpyramiden zählen unserer Meinung nach zu den spektakulärsten geologischen Formationen Europas. In den engen Schluchten nahe Lengmoos, Oberbozen und Unterinn (und auch in anderen Teilen Südtirols) ragen die bis zu 30 Meter hohen Türme in den Himmel und locken so Besucher zu Spaziergängen mit Dolomitenpanorama an.
Die drei Hauptstandorte am Ritten
Auf dem Ritten gibt es an jeweils drei Orten Gruppen von Erdpyramiden, wobei deren Erreichbarkeit etwas unterschiedlich ist.
Finsterbachgraben bei Lengmoos
Die Erdpyramiden von Lengmoos sind die bekanntesten und am leichtesten zugänglichen. Ein zehnminütiger Spaziergang von einem Parkplatz in Lengmoos führt zur Aussichtsplattform. Hier zeigen sich diese Säulen rötlich gefärbt, denn der lokale Moränenlehm enthält eisenhaltige Anteile. Der Wanderweg eignet sich für Familien, Kinderwagen und auch Rollstuhlfahrer. Uns fasziniert dabei immer wieder, dass sich auf manchen Decksteinen sogar Pflanzen und Moose ansiedeln.
Erdpyramiden in Lengmoos am Ritten inkl. Parkmöglichkeiten
Mit dem Auto sind es von unserer Ferienwohnung Birbamergut zum Parkplatz zirka 10 Minuten. Da diese Erdpyramiden so leicht erreichbar sind, empfehlen wir, die Wanderung an einen größeren Tagesausflug in diese Richtung anzuhängen. Alternativ fährt ab Lengstein stündlich ein Bus nach Bozen, dazu einfach an der Haltestelle “Lengmoos” aussteigen.
Falls Sie nach dem kurzen Spaziergang noch ein gutes Restaurant suchen, so empfehlen wir den Traditionsgasthof Egarter, ein nettes, kinderfreundliches Restaurant mit wundervoller Aussicht auf die Bergwelt Südtirols.
Katzenbachgraben bei Oberbozen
Die Gruppe bei Oberbozen liegt etwas versteckt und wird weniger besucht. Wir empfehlen sie allen, die ein ruhiges Naturerlebnis abseits der bekannteren Aussichtsplattform suchen. Von Oberbozen aus folgt man der Rittner Bahn in Richtung Maria Himmelfahrt, oder den Wegnummern 6, 23 und 26 durch Wälder und Wiesen. Nach rund 45 Minuten öffnet sich die Schlucht mit den rotbraunen Pyramiden. Die Rundwanderung ist familienfreundlich und führt zu verschiedenen Aussichtspunkten.
Erdpyramiden bei Oberbozen am Ritten inkl. Parkplatz im Dorf
Mit dem Auto dauert es von der Ferienwohnung Birbamergut etwa 25 Minuten bis Oberbozen. Mit den Öffis geht es ab Lengstein per Bus Richtung Bozen bis Klobenstein und von dort mit der Rittner Schmalspurbahn weiter nach Oberbozen.
Gasterergraben bei Unterinn
Die Erdpyramiden von Unterinn zeigen ein anderes Gesicht: Sie leuchten weiß aufgrund des kalkhaltigeren Lehms. Der Weg hierher ist etwas anspruchsvoller, bietet aber ein ursprüngliches Naturerlebnis. Ein 2,5 km langer Pfad führt vom Dorf Unterinn aus in etwa 40 Minuten zu den Formationen. Laut unseren Feriengästen ist dieser Abstecher die beste Wahl für alle, die die Pyramiden in aller Ruhe und fast für sich allein erleben möchten.
Weiße Erdpyramiden bei Unterinn am Ritten (Parkplatz im Dorfzentrum)
Von der Ferienwohnung Birbamergut erreicht man den Parkplatz mit dem Auto in rund 20 Minuten. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, nimmt ab Lengstein den Bus Richtung Bozen und steigt in Unterinn aus (Fahrtzeit etwa 25 Minuten).
Weitere Pyramiden in Südtirol
Jene am Ritten sind zwar die bekanntesten, aber nicht die einzigen. Ähnliche Erosionsformen gibt es bspw. in Terenten, Platten, Mölten, Jenesien, Dorf Tirol und Steinegg. Auch hier sorgen Moränenlehm und Decksteine für eine spektakuläre Landschaft. Unserer Meinung nach braucht es den weiteren Weg aber nicht. Die schönsten Exemplare stehen am Ritten quasi vor unserer Haustür.
Wanderungen und Zugänge
Wer nur wenig Zeit hat, dem empfehlen wir den kurzen Spaziergang von Lengmoos zur Aussichtsplattform. Der Weg ist breit, gut ausgebaut und in zehn Minuten zu bewältigen. Auch von Klobenstein führt ein familienfreundlicher Pfad nach Lengmoos. Kinder können unterwegs Ziegen beobachten, eine Holzbrücke überqueren und sich über die langsam wachsenden Türme wundern. Ambitionierteren Wanderern empfehlen wir eine Rundwanderung: Die rund 5,5 km lange Strecke bei Oberbozen führt über etwa 200 Höhenmeter und dauert rund zwei Stunden.
Die Erdpyramiden können das ganze Jahr über besucht werden. Besonders reizvoll finden wir Frühling und Herbst, wenn kräftige Regenfälle auf längere Trockenphasen folgen, der perfekte Mix für das Wachstum der Säulen. Das Farbenspiel der Laubwälder verstärkt im Herbst den Kontrast der rotbraunen Pyramiden. Im Winter taucht Schnee die Türme in eine märchenhafte Szenerie, aber vorsicht: die Wege können rutschig sein. In jedem Fall empfehlen wir gutes Schuhwerk.
Da die Säulen nur durch den Deckstein stabil bleiben, können sie leicht zerstört werden, wenn dieser ins Rutschen gerät. Aus diesem Grund ist es strengstens verboten, die Formationen zu berühren oder zu erklimmen. Das Gebiet steht unter Naturschutz, damit der Zerfall nicht durch menschliches Eingreifen beschleunigt wird.
Für uns sind die Rittner Erdpyramiden ein Paradebeispiel dafür, wie Geduld, Erosion und Zufall spektakuläre Landschaften formen. Wer die Säulen besucht, taucht in die geologische Geschichte der Alpen ein und erlebt einen stetigen Wandel, denn jede Regenperiode verändert die Formationen ein wenig.